Meine persönliche Art der Entspannung, des Auftankens, meine Art der Meditation, sind Museumsbesuche.
Und so führte mich mein Weg am Samstag ins Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek und zur aktuellen Sonderausstellung „Spurensuche Byzanz. Fragmente des Griechischen Mittelalters.“
Fotocredits Ursula Rieder
Auf einem Screen wunderbar aufbereitet stoße ich auf – „Der Wiener Dioskurides“.
Dieser Codex enthält pharmakologische Texte des Arztes Pedanios Dioskurides aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. und besteht aus einer Vielzahl von Pflanzen, wunderbar detailgetreu gezeichnet mit Beschreibung ihrer Heilkräfte.
Lange Zeit fand dieser Codex auch Verwendung im täglichen Leben, wurde jedoch mit den Jahren beschädigt. Im 15 Jahrhundert wurde das Buch neu gebunden, fand dann seinen Weg zu osmanischen Ärzten, die arabische und persische Pflanzennamen hinzufügten.
Schließlich erwarb Augerius von Busbeck, ein Gesandter der Habsburger, das Buch für die Hofbibliothek, und so ist „Der Wiener Dioskurides“ im Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek und steht seit 1997 auf der Liste als UNESCO Weltkulturerbe.
Oft vergessen wir im Tagesgeschäft das der Ursprung von Therapien, Linderung von Beschwerden aus der Pflanzenkunde kam, das Wissen über Pflanzen uns über eine lange Geschichte hinweg zu dem geführt hat, wo wir jetzt stehen. Wir besitzen im hier und jetzt die Möglichkeit auf ein lang-aufgebautes Wissen zurückgreifen zu können und die Vielfalt von dem Wissen über Pflanzen bis zur personalisierten Medizin nützen zu können.
Wer vielleicht noch nie den Weg ins Papyrusmuseum gefunden hat, für mich ist es ein Ort der Ruhe, der Entspannung und des Vertiefen in wunderbare Exponate, wie diesmal in „Der Wiener Dioskurides“.
Das Papyrusmuseum befindet sich am Heldenplatz, Eingang Neue Burg – dort befindet sich auch der Eingang zu den Lesesälen der Nationalbibliothek.